Rückblick 7. Ci3 Clusterkonferenz

Rückblick 7. Ci3 Clusterkonferenz

Fünf Jahre Förderung des Spitzenclusters für individualisierte Immunintervention (Ci3) durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie der unermüdliche Einsatz der über 100 mit dem Ci3 assoziierten Partner katapultieren den in der Rhein-Main-Region beheimateten Biotech-Cluster an die internationale Spitze.

So das Resümee von Dr. Andrée Rothermel, Geschäftsführer des Ci3 Clustermanagements, auf der 7. Ci3 Clusterkonferenz, die am 14. März 2017 in Mainz stattfand. Der seit 2012 als Spitzencluster ausgezeichnete Ci3-Verbund hat sich innerhalb von fünf Jahren als einer der international führenden Forschungs- und Entwicklungscluster im Bereich der Immuntherapie etabliert. In über 70 Projekten wurden hoch innovative Technologieplattformen sowie therapeutische und diagnostische Produkte entwickelt sowie eine Reihe von beeindruckenden klinischen Studien initiiert. Bedingt durch die Hebelwirkung der Ci3-Spitzenclusterförderung konnten mehr als 500 Arbeitsplätze, über 60 neue Patente sowie mehrere Deals der Clusterpartner mit internationalen Großunternehmen mit einem Volumen von weit über 3 Mrd. Euro in der Clusterregion verzeichnet werden.

Die 7. Ci3 Clusterkonferenz wurde einer alten Tradition folgend durch den zweiten Vorsitzenden des Ci3 e.V. Prof. Dr. med. Christoph Huber eröffnet. In seiner Ansprache blickte er auf fünf Jahre Spitzencluster zurück und bedankte sich bei allen Beteiligten für die erfolgreiche Zusammenarbeit. Im Anschluss daran würdigte der rheinland-pfälzische Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf in seinem Grußwort die Leistungen des Ci3 und dessen Bedeutung für den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Rheinland-Pfalz. Ministerialdirektor Matthias Graf von Kielmansegg, Leiter der Abteilung 1 - Grundsatzfragen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, lobte in seinem Grußwort ebenfalls die außerordentliche Bilanz des Ci3 und betonte darüber hinaus den Erfolg des gesamten BMBF-Spitzenclusterwettbewerbs.

Die inhaltlichen Resultate der Ci3-Spitzenclusterförderung wurden in der Session „From Bench to Bedside“ exemplarisch in drei ausgewählten Fachvorträgen dargestellt. Prof. Dr. med. Ugur Sahin, CEO der BioNTech AG, berichtete über die Entwicklung einer mRNA-basierten individualisierten Immuntherapie, bei der für jeden Patienten auf Basis der genetischen Eigenschaften seines Tumors ein spezieller Impfstoff hergestellt und verabreicht wird. Die ersten klinischen Studien zur Behandlung des schwarzen Hautkrebses konnten bereits erfolgreich abgeschlossen werden. Privatdozentin Dr. med. Özlem Türeci fasste die Entwicklung des Antikörpers IMAB362 zusammen. Dieser konnte in einer von Ganymed Pharmaceuticals für die Indikation Magenkrebs durchgeführten Phase-II-Studie eindrucksvoll seine Wirksamkeit belegen, die sich durch eine im Vergleich zur Standardtherapie fast doppelt so hohen Überlebensrate manifestierte. Ein drittes Projekt beschäftigte sich mit der Entwicklung eines small molecule-Inhibitors zur Behandlung der Zöliakie und wurde von Prof. Dr. Dr. Detlef Schuppan von der Universitätsmedizin Mainz vorgestellt. Der Inhibitor zeigte in einer Phase-I-Studie sehr hohe Sicherheit und Verträglichkeit. Für eine im dritten Quartal 2017 geplante Phase-II-Studie erhoffen sich die Wissenschaftler ähnliche Erfolge. In einem weiteren Vortrag gab Dr. Mathias Vormehr interessante Einblicke in seinen Karriereweg vom Studium der Biomedizinischen Chemie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz über seine Promotion bei TRON bis zu seiner jetzigen Position als Wissenschaftler bei BioNTech. Zum Abschluss der Session nahm Dr. Siegfried Bialojan, Leiter des Life Science Centers der Ernst & Young GmbH, eine Einordnung der wirtschaftlichen Erfolge von Ci3 in die globale Wettbewerbssituation vor und beleuchtete künftige Herausforderungen.

Die Session „Innovative Konzepte“ widmete sich neuen Entwicklungen in der Immuntherapie. Prof. Dr. Katalin Karikó berichtete über ihre Erkenntnisse auf dem Gebiet der mRNA-Biochemie und stellte dar, wie mRNA in Zukunft dazu genutzt werden kann, seltene Krankheiten durch Proteinersatztherapie zu behandeln. Dass mRNA auch als Impfstoff gegen Infektionskrankheiten eingesetzt werden kann, zeigte Dr. Stephanie Erbar in ihrem Vortrag. Sie stellte erste präklinische Ergebnisse vor, die das Potenzial von mRNA-Vakzinen beim Schutz gegen eine Grippeinfektion deutlich machen.

Im letzten Teil der Konferenz informierte Dr. Britta Unruhe-Knauf, Projektmanagerin bei Ci3, zunächst über die neue BMBF-Förder-maßnahme KMU-NetC, bei der Konsortien aus mindestens zwei KMU und einem Cluster F&E-Projekte beantragen können. Das EU-geförderte Projekt PERMIDES, in dessen Rahmen Ci3 gemeinsam mit fünf weiteren europäischen Clustern Gutscheine zur Förderung der Digitalisierung in der Biopharma-Branche ausgibt, wurde von Dr. Kai Gräber, ebenfalls Projektmanager bei Ci3, vorgestellt.

Auch wenn auf der Clusterkonferenz nur einige der insgesamt 76 Ci3-Spitzenclusterprojekte präsentiert werden konnten, trugen alle Projekte, die ausnahmslos auf hohem wissenschaftlichem Niveau durchgeführt wurden, zum gemeinsamen Erfolg des Ci3-Spitzenclusters bei.

Animiert durch den positiven und progressiven Trend haben zahlreiche globale Pharmaunternehmen ihre Strategie ebenfalls auf Immuntherapie und Immunonkologie ausgerichtet und bestätigen damit den Kurs von Ci3. Dies wird eindrucksvoll durch eine Reihe von strategischen Kooperationen dokumentiert, die in jüngster Zeit zwischen Ci3-Partnern und internationalen Pharmakonzernen wie Eli Lilly, Sanofi, Bayer, Siemens, Genentech und Astellas abgeschlossen worden sind.

 „Die wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Erfolge, die Ci3 in den vergangenen Jahren durch die Spitzenclusterförderung erreicht hat, belegen, dass wir mit unserem Fokus auf individualisierte Immuntherapien auf die richtige Strategie gesetzt haben. Die Erreichung unserer 2012 gesetzten Ziele motiviert uns, auch in Zukunft die Entwicklung innovativer Technologien und die Vernetzung starker Partner auf diesem Gebiet aktiv voranzutreiben“, so das Resümee von PD Dr. Özlem Türeci, erste Vorsitzende des Ci3 e.V.

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